Psychisch fit studieren - Niederschwelliges Forum für seelische Gesundheit von Studierenden
Hintergrund

Studienzeit, schönste Zeit?! Gut, wenn das so ist. Doch nicht wenige Studierende kämpfen schon vor Studienbeginn mit seelischen Krisen oder entwickeln im Laufe ihres Studiums ernsthafte psychische Erkrankungen. Bis sie sich Hilfe holen, vergehen oft Jahre. Die Folgen: große seelische Not, eingeschränkte Studierfähigkeit, Studienabbruch. Das wollen wir ändern!

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Psychische Gesundheit im Studium

Aktuelle Studien zur psychischen Gesundheit von Studierenden zeigen, dass diese immer häufiger gefährdet sind, psychisch zu erkranken. Die Gründe dafür sind vielfältig: Sie reichen von hohem Erfolgsdruck, über die Angst, keinen sozialen Anschluss am Studienort zu finden bis hin zu finanziellen Problemen. Umso wichtiger sind Prävention und Gesundheitsförderung an der Hochschule.

Ungefähr ein Drittel der Studierenden beginnt das Studium bereits psychisch belastet. Nach Selbsteinschätzung von Studierenden wirken sich psychische Beeinträchtigungen am stärksten auf den Studienerfolg aus. Professionelle Hilfe nutzen sie aus Angst vor Stigmatisierung meist erst dann, wenn der Leidensdruck schon stark zugenommen hat.

Studierende sind hinsichtlich psychischer Gesundheit eine vulnerable Gruppe. Deutlich häufiger als 2011 geben Studierende an, dass bei ihnen bereits vor Studienbeginn eine psychische Erkrankung vorlag:
2011 = 62 %; 2017 = 73%. 

Barmer Arztreport 2018 

Das Stigma als Hindernis

Psychische Beeinträchtigungen sind für Dritte selten wahrnehmbar, sofern Betroffene nicht selbst darauf aufmerksam machen. Die Angst vor Ablehnung, Stigmatisierung, negativen Erfahrungen mit »Outing« u. a. erschwert jedoch die Kommunikation mit Lehrenden, Mitstudierenden und Mitgliedern der Hochschulverwaltung. Beratung und Hilfe suchen viele Studierende häufig erst dann, wenn der Leidensdruck stark zugenommen hat.

Zahlen und Fakten zur psychischen Gesundheit von Studierenden

  • Etwa 20% der 18- bis 27-Jährigen sind von psychischen Erkrankungen betroffen.
  • Erkrankte Studierende leiden insbesondere unter Depressionen, Selbstwertstörungen und Ängsten.
  • Die Studierfähigkeit reduziert sich im Fall psychischer Erkrankungen dramatisch: 91 % der Betroffenen sind nicht mehr in der Lage, ihr Studium wie geplant fortzuführen.
  • Bei Studierenden liegt die Suizidrate höher als bei gleichaltrigen Berufstätigen. Suizid ist oft eine soziale Folge widriger Lebensbedingungen, die seelische Not und Verzweiflung erzeugen oder verstärken. Dazu gehört auch die soziale Isolation.
Nadine Sohn, Beauftragte für Studierende mit Beeinträchtigung, Zentrale Studienberatung, Technische Hochschule Köln
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