Verrückt? Na und! – Häufige Fragen zu unserer Prävention für Jugendliche
Häufige Fragen zu „Verrückt? Na und!“

Sie haben Fragen zu „Verrückt? Na und!“, unserem Präventionsprogramm zu psychischer Gesundheit? Hier finden Sie Antworten auf die häufigsten Fragen. Kontaktieren Sie uns, falls Ihre Frage nicht beantwortet wurde.

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Häufig gestellte Fragen zu „Psychisch fit lernen“

Etwa eines von sechs Kindern und Jugendlichen in Deutschland hat eine psychische Erkrankung. (Claus Barkmann et al., 2012) Jungen sind etwas stärker betroffen als Mädchen. In sozialökonomisch schlechter gestellten Familien sind psychische Erkrankungen der Kinder fast dreimal häufiger (26 %) als in besser gestellten (9,7 %). Bei etwa 3 Mio. Kindern und Jugendlichen ist ein Elternteil im Laufe eines Jahres von einer psychischen Erkrankung betroffen. (Eva Brockmann et al., 2016)
Studien zufolge hat die Coronapandemie psychische Belastungen in der Bevölkerung verstärkt – insbesondere bei Heranwachsenden aus sozial schwachen Familien. (Ulrike Ravens-Sieberer et al., 2021) Der Zugang zu Prävention und Versorgung ist noch schwieriger geworden.

Studien zeigen, dass psychisch kranke Kinder und Jugendliche ein noch schlechteres Ansehen in der Allgemeinbevölkerung haben als psychisch kranke Erwachsene. Diese Befunde verdeutlichen, wie zentral es ist, das Stigma bereits im Kindes- und Jugendalter in der Schule präventiv anzugehen. Stigma ist für Teenager die größte Hürde, sich Hilfe bei psychischen Problemen zu suchen. Sie haben Angst vor öffentlicher Stigmatisierung und sozialer Isolation sowie davor, als Schwächling abgestempelt zu werden. Sie schämen sich – auch vor ihren Eltern – und stigmatisieren sich selbst. (Nicolas Rüsch et al., 2014)

Einen gesundheitsförderlichen Umgang miteinander pflegen. Psychische Krisen klassenweise zur Sprache bringen. Stigmatisierung, Ängste und Vorurteile abbauen. Warnsignale erkennen. Zuversicht vermitteln. Lösungswege aufzeigen, wie Schüler*innen und Lehrkräfte gemeinsam Krisen meistern und seelische Gesundheit stärken können, damit alle die Schule schaffen und gute Zukunftsaussichten haben. Ziel ist die Verhaltens- und Verhältnisprävention. Zentrales Handlungsprinzip ist die Vernetzung von Partnern verschiedener Sektoren (Gesundheit, Jugendhilfe, Schule).

„Psychisch fit lernen“ ist das Dach von Irrsinnig Menschlich-Angeboten zur Stärkung der psychischen Gesundheit für Schüler*innen in der Schule. Im Zentrum steht unser Programm „Verrückt? Na und!“ für Schüler*innen der Sekundarstufe, das wir bereits seit mehr als 20 Jahren bundesweit und international verbreiten. In den letzten zwei Jahren sind weitere Angebote dazugekommen: für die Primarstufe unter dem Namen „Unsere verrückten Familien“ gefördert von der Auridis Stiftung und für Berufsschulen unter dem Namen „Aufmachen!“ gefördert von der Bahn BKK. Einen Schwerpunkt für die Angebote der Primar- und Sekundarstufe bildet die Zielgruppe Kinder psychisch kranker Eltern.

Die Schultage für die Primarstufe und Berufsschule können Sie ab 2022 buchen.

Den Namen haben sich Schüler*innen ausgedacht, weil er gut ihre Lebenssituation in der Pubertät oder Adoleszenz umschreibt. Kein Lebensabschnitt bietet so viel Vitalität, Neugier und Begeisterungsfähigkeit wie die Jugendzeit. Und kein Lebensabschnitt ist so anfällig für Probleme, die die eigenen Lösungsmöglichkeiten übersteigen: Psychische Krisen, Süchte und selbstschädigendes Verhalten beginnen in keiner Lebensphase so häufig wie in der Jugendzeit. „Verrückt? Na und!“ eben…

Wir laden ein zu einem Gespräch über die großen und kleinen Fragen zur seelischen Gesundheit und machen damit das „schwierige“ Thema seelische Krisen in der Schule besprechbar. Dies erfolgt beim Schultag in drei Schritten:

  • Ansprechen statt Ignorieren: Wachmachen für seelisches Wohlbefinden in Schule und Ausbildung. Ausgangspunkt sind die Lebenserfahrungen der Teilnehmer*innen. Häufige Themen: Schulleistungen, Prüfungsstress, Mobbing, Süchte, Belastungen in der Familie, Krankheit, Suizid.
  • Glück und Krisen: Von Lebensschicksalen und eigener Verantwortung. Gruppenarbeit.
  • Mut machen, Duchhalten, Wellen schlagen: Austausch mit jungen und jung gebliebenen Erwachsenen, die seelische Krisen gemeistert haben.

Besonders wichtig ist die Begegnung mit der/m persönlichen Expert*in. Dadurch bekommt das komplexe Konstrukt „seelische Gesundheit" ein Gesicht und ist zum Greifen nah – und dabei ganz normal.

JA! „Verrückt? Na und!" lässt sich als Modul im Schulkontext gut mit anderen Programmen verbinden, z.B. mit „MindMatters" – Mit psychischer Gesundheit die Schulqualität fördern“ oder mit dem Lions Quest-Jugendförderprogramm „Erwachsen werden" zum sozialen Lernen und zur Gewaltprävention.

Inhaltlich

Es reicht aus, wenn Sie ihrer Klasse den Schultag ankündigen und kurz sagen, um was es gehen wird: „’Verrückt? Na und!‘ lädt uns als Klasse  zu einem Gespräch über die großen und kleinen Fragen zur seelischen Gesundheit ein. Was uns belastet, was uns guttut, wo wir Hilfe finden usw. Wenn es uns seelisch gut geht, geht’s uns auch  in der Schule, mit den Freunden, in der Familie, im Beruf einfach besser.“ Alle Informationen zum Schultag finden Sie auf der Website und im „Verrückt? Na und!"-Flyer. Außerdem können Sie alle Fragen im Vorfeld des Schultags mit dem „Verrückt? Na und!"-Partner in Ihrer Region besprechen.

Organisatorisch

Wichtig für das Gelingen des Schultags ist es, dass Sie die Organisation in der Schule übernehmen und für ausreichend Zeit, passende Räumlichkeiten und ein achtsames Zusammensein sorgen. Vielen Dank!

Der Schultag dauert einen Schultag, d.h. fünf bis sechs Stunden.

Bitte wenden Sie sich an die Ansprechpartner für „Verrückt? Na und!“ in der jeweiligen Region.

Sie können sich auch direkt an Irrsinnig Menschlich e.V. wenden.

Bitte wenden Sie sich direkt an Irrsinnig Menschlich e.V.

Hier gilt wie fast überall: Je eher, desto besser! Spätestens vier bis sechs Wochen vorher.

Der Schultag ist für Jugendliche der Sekundarstufe I ab Klasse 8 und der Sekundarstufe II konzipiert.

Ja, und das hat gute Gründe: Sie werden ihre Schüler*innen an diesem Tag noch besser kennenlernen. Was sie bewegt, bedrückt, beglückt, was sie für unterschiedliche Erfahrungen und Bedürfnisse haben. Sie werden neues Wissen erwerben, ihre eigenen Einstellungen hinterfragen und noch stärker als sonst merken, wie wichtig Sie als Lehrkraft für das gute Aufwachsen ihrer Schüler*innen sind. Sie werden merken, dass es sich für ihr Kollegium lohnt, mit seelischer Gesundheit gute Schule zu machen und  gesundheitsfördernde Prozesse in der Schulgemeinschaft zu initiieren.

 

Nicht zuletzt sind Sie als Lehrkraft die juristische Aufsichtsperson: Sie erleben den Schultag hautnah mit und können ggf. Fragen und Themen ihrer Schüler*innen aufnehmen, klären und weiterverfolgen.

Fachliche Expert*innen sind Menschen, die beruflich in der psychosozialen Versorgung, der Prävention psychischer Krankheiten und der Gesundheitsförderung tätig sind.
Persönliche Expert*innen sind Menschen, die seelische Gesundheitsprobleme wie z. B. Depressionen, Psychosen oder Essstörungen gemeistert haben und ihre Erfahrungen mit den Schüler*innen teilen.

Eine finanzielle Beteiligung ist in der Regel nicht zwingend erforderlich, jedoch erwünscht. Erfahrungsgemäß beteiligt sich die Mehrheit der Schulen mit durchschnittlich 100 € pro „Verrückt? Na und!“-Schultag.

Ihre Ansprechpartnerin

Anne-Kathrin Lange

Anne-Kathrin Lange

Funktion
Programmleitung "Verrückt? Na und!"

Telefon
+49 / 341 / 492561-80

E-Mail-Adresse
a.lange@irrsinnig-menschlich.de

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