Psychische Krankheiten in der Familie ansprechen, Verständnis füreinander schaffen, sich zu helfen wissen – darum geht es in unserem Grundschulprogramm. Denn psychische Probleme von Erwachsenen sind niemals die Schuld der Kinder!
Psychische Krankheiten kommen in den besten Familien vor

Psychische Krisen und Erkrankungen gehören zum Leben dazu und betreffen immer die ganze Familie. Viele Kinder wachsen mit einem Elternteil auf, das psychisch erkrankt oder stark belastet ist. Für sie kann der Familienalltag besonders herausfordernd sein.
Kinder spüren, wenn es Mama oder Papa nicht gut geht. Doch häufig wissen sie nicht, was passiert, dürfen oder können darüber nicht sprechen und suchen die Ursache bei sich selbst. Manche übernehmen Verantwortung für ihre Eltern oder jüngeren Geschwister, andere ziehen sich zurück oder machen sich große Sorgen.

Kinder brauchen deshalb Wissen, Verständnis und verlässliche Unterstützung.
Sie müssen wissen: Ich bin nicht schuld. Ich bin nicht allein. Und: Psychische Erkrankungen können behandelt werden.
Genau hier setzt »Psychisch fit in der Grundschule: Unsere ›verrückten‹ Familien!« an. Das Programm stärkt Kinder, Lehrkräfte und Schulen darin, offen und wertschätzend über psychische Gesundheit zu sprechen, Krisen früh wahrzunehmen und Unterstützung zu finden.
Das Programm »Unsere ›verrückten‹ Familien!«
- Entstigmatisierung und Aufklärung: Kindern helfen, psychische Krisen in der Familie zu verstehen und darüber ins Gespräch zu kommen.
- Hilfesuchverhalten fördern: Hilfen für Kinder und Familien in Schule und Wohnort aufzeigen.
- Entschuldung und Entlastung: Verständnis füreinander schaffen, dass Kinder niemals schuld an den psychischen Krisen von Erwachsenen sind.
- Förderung der Resilienz von Grundschüler*innen.
- Stärkung der Schulgemeinschaft.
- Sichtbarmachen des Themas »Kinder psychisch erkrankter Eltern«.
- Verbesserung der Vernetzung von Schule und kommunalen Hilfen.
»Es ist so wertvoll, dass die Schüler*innen an diesem Projekttag den Raum und die Möglichkeit bekommen, sich mit dem schweren Thema ›Psychische Erkrankung‹ auseinanderzusetzen und darüber zu sprechen. Für manche ist es wahrscheinlich das erste Mal, dass sie hören, dass sie damit nicht allein sind.«
Programmbausteine
Veranstaltung für Eltern am 20.10.2026
Wir laden alle Eltern zum Online-Elternabend unseres Präventionsprogramms »Psychisch fit in der Grundschule: Unsere ›verrückten‹ Familien!« am 20.10.2026 im Rahmen der Woche der Seelischen Gesundheit herzlich ein:
Interessiert am Schultag?
Schultage führen wir nicht selbst durch. Wir haben deutschlandweit Kooperationspartner, die unser Programm vor Ort mit ausgebildeten Fachpersonen umsetzen. Schultage können daher bisher nur an unseren Standorten umgesetzt werden, bitte buchen Sie direkt bei einem von ihnen:
Die Vorteile des »Unsere ›verrückten‹ Familien!«-Ansatzes
Ergebnisse der wissenschaftlichen Evaluation
Wissensvermittlung und Entschuldung bei Schüler*innen
- 98 % der befragten Schüler*innen geben an, nach dem Schultag mehr über die »Seele« zu wissen.
- 96 % wissen, wo sie Hilfe bekommen, wenn es zu Hause schwierig ist.
- Nur 2 % meinen nach dem Schultag, dass Matilde (eine fiktive Kinderfigur aus dem Schultag) schuld an der psychischen
Erkrankung ihrer Mutter sei.
Hohe Relevanz und großer Unterstützungsbedarf
- Über 90 % der befragten Lehrkräfte halten die Grundschule für einen geeigneten Ort, um psychische Gesundheit zu thematisieren.
- 100 % zeigen die Bereitschaft, sich mit psychischer Gesundheit weiterzubeschäftigen und entsprechende Angebote zu begleiten.
- Gleichzeitig fühlen sich 83 % der Lehrkräfte im Umgang mit dem Thema nicht ausreichendkompetent.
- 55 % berichten, dass es an ihrer Schule keine schulinternen Fachkräfte zu diesem Thema gibt.
Konkrete Fragen zum Grundschulprogramm?
Fragen zu Programmentwicklung, Konzeption, Veranstaltungsformaten und Ausbildung stellen Sie bitte:
Katrin Neuperger
Team »Psychisch fit in der Grundschule: Unsere ›verrückten‹ Familien!« │ Programmleitung, Projektleitung Modellprojekt Niedersachsen
Telefon
+49 341 149190-12
E-Mail-Adresse
k.neuperger@irrsinnig-menschlich.de
Möchten Sie Kooperationspartner werden?
Momentan gründen wir Standorte nur in Ostdeutschland und Niedersachsen.
Ihre Ansprechperson für Ostdeutschland
Alexandra Tărchilă
Team »Psychisch fit in der Grundschule: Unsere ›verrückten‹ Familien!« │ Programmkoordination
Telefon
+49 341 149190-16
E-Mail-Adresse
a.tarchila@irrsinnig-menschlich.de
Ihre Ansprechperson für Niedersachsen
Mareile Deppe
Landeskoordination »Verrückt? Na und!« und »Psychisch fit in der Grundschule: Unsere ›verrückten‹ Familien!« Niedersachsen, Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen Bremen e.V.
Telefon
+49 511 3881189-225
E-Mail-Adresse
mareile.deppe@gesundheit-nds-hb.de
Weshalb der »Unsere ›verrückten‹ Familien!«-Ansatz wirkt
Die Kinder …
- setzen sich spielerisch mit dem Thema seelische Gesundheit auseinander und bringen ihre eigenen Lebenserfahrungen mit ein.
- erfahren, dass es niemals die Schuld der Kinder ist, wenn Eltern (psychisch) krank werden und dass es stark ist, sich Hilfe zu suchen.
- lernen Menschen und Angebote kennen, die helfen.
- hinterfragen Stigma, Ängste und Vorurteile gegenüber psychischen Krankheiten.
- finden heraus, was ihrer Seele guttut und was die Klassengemeinschaft stärkt, damit sich alle wohl fühlen und gut die Schule schaffen.
Die Lehrkräfte …
- fühlen sich kompetent im Umgang mit dem Thema psychische Gesundheit.
- haben eigene Ängste und Vorurteile reflektiert und hinterfragt.
- wissen, wie sie Kinder psychisch kranker Eltern stärken können.
- sind sich ihrer Rolle als Entlaster*innen, Wegweiser*innen und Lots*innen für Schüler*innen bewusst.
- wissen, wo sie professionelle Hilfe und Unterstützung für sich und ihre Schüler*innen finden können.

