Aktuelles von Irrsinnig Menschich e.V.
Aktuelle Informationen zu Irrsinnig Menschlich e.V.

Unsere aktuellen Beiträge zu unserer Prävention im Bereich psychische Gesundheit. Kontaktieren Sie uns gerne, falls Sie Fragen zu Irrsinnig Menschlich e.V. haben.

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Aktuelles

Welttag Seelische Gesundheit: Ein persönlicher Experte berichtet

Zum Welttag der seelischen Gesundheit gab es vielfältige Aktionen, um auf das Thema aufmerksam zu machen.
Unsere Regionalgruppe in Gießen beteiligte sich beispielsweise an einer Informationsveranstaltung an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Gießen.
Einer ihrer persönlichen Experten gab auch der Presse Einblick in seine Lebensgeschichte, die er sonst während der Verrückt? Na und!-Schultage erzählt.
Herausgekommen ist ein wunderbarer Artikel. Viel Freude beim Lesen!

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Verrückt? Na und! – Ein Erfahrungsbericht

Ich heiße Sabine Schaub, bin 48 Jahre und wohne im Lahn-Dill-Kreis, Hessen.

Seit Januar 2015 wirke ich bei dem Projekt Verrückt? Na und! als Expertin mit. Wir gehen zu zweit in Schulklassen und Ausbildungsbetriebe, um Jugendliche über seelische Gesundheit aufzuklären. Meine Aufgabe als Experten ist es, den Schülern meine persönliche Geschichte über meine psychische Krise (Depressionen und Psychose) zu erzählen.

Sabine Schaub © Sabine Schaub

Nach einmaligem Hospitieren entschied ich mich sofort das Projekt zu unterstützen. Ich wollte unbedingt dabei sein! Da es immer noch sehr viele Vorurteile in unserer Gesellschaft über psychische Erkrankungen gibt, finde ich es unglaublich wichtig diese Thematik in die Schulen zu bringen. Mit diesem Projekt kann ich der Stigmatisierung psychischer Erkrankungen entgegenwirken.

Es kann jeder bei Verrückt? Na und! persönlicher Experte werden, der in seinem Leben eine psychische Erkrankung gemeistert hat. Zudem die Kraft und den Mut hat vor Jugendlichen zu sprechen. Jeder wird in einer eintägigen Ausbildung geschult. Es ist ein Ehrenamt.

Jede Klassendynamik und auch die Schüler sind verschieden, aufgrund dessen ist jeder Projekttag anders. Diese Tage sind für mich unglaublich spannend.
Ein Projekttag besteht aus drei Teilen. In den ersten zwei Teilen unterstütze ich den Moderator.

Der dritte Teil ist für mich reserviert. Wir sitzen alle im Stuhlkreis. Als erstes erwähne ich offen, dass ich psychisch krank bin. Meist schaue ich in erstaunte Gesichter, kein Schüler rechnet damit. Die meisten Jugendlichen gehen davon aus, man sehe einem Menschen seine psychische Erkrankung an. Dieses Vorurteil räume ich mit diesem einem Satz aus. Den Moment finde ich unglaublich wichtig. Einige erwähnen sogar am Schluss, dass sie niemals gedacht hätten, dass ich psychisch krank sei. Anschließend erzähle ich meine Geschichte über die Erfahrungen mit meiner psychischen Erkrankung (bipolare Störung, Psychose) und die damit verbundene Lebenskrise. Es beeindruckt mich immer wieder, wie gebannt die Schüler mir zuhören. Man könnte im Klassenraum eine Stecknadel fallen hören. Ich spüre, wie sie sich für meine Geschichte interessieren und mich ernst nehmen. Anschließend dürfen sie mir Fragen stellen. Die meisten sind sehr neugierig und nutzen dies ausgiebig.

Am Ende der Fragerunde gebe ich ihnen mit auf den Weg, dass bei einer psychischen Erkrankung die Seele krank ist. Sie ist mit einer körperlichen Erkrankung gleichzustellen. Wenn sie sich ein Bein brechen, gehen sie zum Arzt. Bei einer psychischen Erkrankung ist die Seele gebrochen, sie möchte auch behandelt werden. Es wäre fatal keinen Arzt aufzusuchen, wenn sie über einen längeren Zeitraum nicht mit ihrem Leben zurechtkommen. Es ist unglaublich wichtig sich Hilfe zu holen. Depressionen können unbehandelt zum Suizid führen, sind aber gut behandelbar. Am Ende des Projekttages bekommen die Schüler Adressen von Beratungsstellen.

Diese Botschaft weiterzugeben ist mir ein großes Anliegen und motiviert mich weiter bei dem Projekt Verrückt? Na und! mitzuwirken. Erreiche ich nur einen Jugendlichen damit, dann hat sich der Einsatz für mich gelohnt. Ich hoffe natürlich, dass es sehr viel mehr sind (am liebsten alle), doch das ist Wunschdenken meinerseits.
Aufgrund der Tatsache, dass ich mit meiner psychischen Erkrankung offen umgehe, zeige ich den Jugendlichen, dass man damit durchaus gut leben kann und es möglich ist trotzdem authentisch zu sein.

Wir machen eine Abschlussrunde und wollen von den Jugendlichen wissen, wie ihnen der Projekttag gefallen hat, ob wir etwas ändern können. Was sie gut fanden und was schlecht? Nur so können wir Dinge in Zukunft verbessern. Zudem möchten wir von ihnen wissen, ob und was sie an diesem Tag mitnehmen konnten. Keiner muss, alle können antworten…
Den meisten Schülern gefällt der Projekttag. Manche stellten sich darunter vor, dass wir Vorträge über psychische Erkrankungen halten. Sie sind dann positiv überrascht. Viele nehmen etwas mit nach Hause. Jeder für sich das, was er braucht.

In der Abschlussrunde sprechen mir die meisten ihren Respekt für meinen Mut aus, weil ich ihnen offen meine Geschichte erzähle. Ich erfahre eine sehr große Wertschätzung von den Jugendlichen. Ich bin immer wieder auf´s Neue berührt und gerührt.

Sabine Schaub

#AlsmichdasGlückfand #RespectDepression #Suizid #Depression #notjustsad #Entstigmatisierung #ichrededarüber #wirsindviele
https://www.facebook.com/WeginsLicht 

Sabine Schaub wurde im Jahre 1970 im Lahn-Dill-Kreis (Hessen) geboren. Dort wuchs sie auf und lebt heute noch dort. Mit 16 Jahren erkrankte sie an Morbus Crohn (chronische Darmentzündung). Sie absolvierte eine Ausbildung als Arzthelferin erfolgreich. Sie wurde 1994 erwerbsunfähig. 2001 heiratete sie und bekam noch im gleichen Jahr eine gesunde Tochter. Durch die Grunderkrankung Morbus Crohn war sie vier Mal in ihrem Leben in psychosomatischen Kliniken. In Jahr 2013 erkrankte sie an einer Psychose. Die Autorin schrieb das Buch „Als mich das Glück fand“, um die Erlebnisse zu verarbeiten. Sie veröffentlichte es, um anderen Menschen Mut zu machen und nicht zu Verzweifeln.

In der Presse: Verrückt? Na und! in „Kinder Spezial“

Kinder Spezial Nr. 61

Kinder Spezial ist eine Zeitschrift über Kinder und Jugendliche mit besonderen Bedürfnissen. Nummer 61 nimmt psychische Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen in den Blick – da dürfen starke Unterstützungsangebote nicht fehlen. Auf den Seiten 26 und 27 schreibt Dr. Manuela Richter-Werling  über „Verrückt? Na und!: Seelisch fit in der Schule“.

Den vollständigen Artikel als PDF lesen: www.irrsinnig-menschlich.de/VNU_Kinder-Spezial Nr. 61.pdf 

Neu bei Irrsinnig Menschlich: Moritz Ellenberg – On Purpose Associate

Moritz Ellenberg

Beruflich drehte sich bei Moritz alles um Wachstum. Nach BWL- und Sportstudium und sechs Jahren als Key Account Manager bei Ferrero ist er Spezialist für Geschäftsbeziehungen, Kundenakquise und Süßigkeiten.

Jetzt hat er die Seite gewechselt und ist in das Leadership-Programm von On Purpose eingestiegen, das Menschen wie Moritz auf die Herausforderungen als Führungskräfte in sozialen Unternehmen vorbereiten will.

So ist er bei Irrsinnig Menschlich gelandet – für uns ein Sechser im Lotto. Das Forum „Psychisch fit studieren“ wird mit ihm als Akquise-Profi im Wintersemester 2018 zu einem deutschlandweiten Hochschul-Präventionsprogramm wachsen.

Auch privat ist Größe ein Thema: Moritz sagt selbst, es sei „ein Vollzeitjob, seinen 2-Meter-Körper mit Essen zu versorgen“. Industriell hergestellte Süßigkeiten stehen aber nicht mehr auf seinem Ernährungsplan. Wenn er nicht auf Nahrungssuche ist, trifft man ihn auf den Beachvolleyball-Feldern Berlins.

Neu bei Irrsinnig Menschlich: Hanna-Sophie Homann

Hanna-Sophie Homann

 

Hanna ist unser Nordlicht im Team: in Hamburg aufgewachsen, an der Nordseeküste in den Niederlanden studiert, hat sie Irrsinnig Menschlich aus der Ferne schon lange beobachtet. Nun hat sie den Master in klinischer Psychologie fast in der Tasche. Logisch, dass sie uns für ein Praktikum endlich testet.

Hanna hat sechs Geschwister sowie drei Nichten und Neffen – ein Naturtalent im Umgang mit Kindern, immer gut gelaunt und durch nichts aus der Ruhe zu bringen.

Die Idealbesetzung für uns. Denn wofür uns bisher die Zeit fehlte, wuppt Hanna mit links und entwickelt ein Programm für psychische Gesundheit an Grundschulen. Ganz nebenbei schreibt sie an ihrer Masterarbeit zum Thema Stress bei Studierenden.

Wenn sie sich nicht gerade mit dem Thema seelische Gesundheit beschäftigt, bouldert sie durch Leipzig.

Wir lieben Hanna und möchten sie am liebsten hier behalten!

Hilfswerk der Baden-Württembergischen Apothekerinnen und Apotheker unterstützt „Verrückt? Na und!“ mit 6.000 Euro

Um unser Präventionsprogramm „Verrückt? Na und!“ zu unterstützen, hat das Hilfswerk der Baden-Württembergischen Apothekerinnen und Apotheker gestern einen Spendenscheck von 6.000 Euro an die Evangelische Gesellschaft (eva) in Stuttgart übergeben.

Minister Manne Lucha, Schirmherr des Projektes in Baden-Württemberg, bedankte sich für den Einsatz des Hilfswerks: „Ich gratuliere dem Hilfswerk der Baden-Württembergischen Apothekerinnen und Apothekern für seine sehr gelungene Spendenaktion! 6.000 Euro gehen an das Netzwerk Verrückt? Na und! in Baden-Württemberg – damit kann man eine ganze Menge bewegen! Schüler- und Lehrerschaft lernen im Projekt Verrückt-? Na und! des Vereins Irrsinnig Menschlich, Ängste oder Depressionen, Sucht oder Mobbing, Überforderung und Stress rechtzeitig zu erkennen und rechtzeitig zu handeln. Sie lernen gleichzeitig, Vorurteile gegenüber Menschen mit seelischen Erkrankungen abzubauen und Ausgrenzung zu bekämpfen. Verrückt-? Na und! ist somit ein wichtiger Beitrag für einen starken gesellschaftlichen Zusammenhalt in unserem Land. Ich danke allen Beteiligten für ihr großartiges Engagement und wünsche ihnen für die Zukunft weiterhin alles Gute und viel Erfolg!“

Foto: LAV BW
Christoph Gulde, stellvertretender Vorsitzender des Hilfswerks und Vizepräsident des baden-württembergischen Landesapothekerverbandes (re.) übergibt den Spendenscheck an Professor Dr. Jürgen Armbruster, Vorstand der Evangelischen Gesellschaft (li.).

 

Christoph Gulde, stellvertretender Vorsitzender des Hilfswerks und Vizepräsident des baden-württembergischen Landesapothekerverbandes sagte bei der Scheckübergabe: „Durch viele kleine und auch einige große Spenden aus der Apothekerschaft im Lande konnten wir den Betrag von 6.000 Euro seit Weihnachten sammeln. Wir sind sehr überzeugt von der Arbeit, die der Verein leistet. Psychische Erkrankungen sind ein ernstzunehmendes Problem. Je früher man auch schon junge Menschen über die Entstehung und vor allen über Wege heraus aus psychischen Krisen informiert, umso besser. Wir als Apothekerinnen und Apotheker unterstützen diese wichtige Präventionsarbeit aus voller Überzeugung.“

Professor Dr. Jürgen Armbruster, Vorstand der Evangelischen Gesellschaft (eva), hat die Spende stellvertretend für den Verein Irrsinnig Menschlich entgegengenommen. Die eva ist Trägerin einer der ältesten Regionalgruppen, die Verrückt? Na und! umsetzen, und übernimmt zusätzlich Koordinierungsaufgaben für Baden-Württemberg. Er erklärte: „Das Schulprogramm Verrückt? Na und! bietet interessierten Schulen einen Projekttag an, an dem sich Schülerinnen und Schüler ab der 8. Klasse unter fachlicher Begleitung mit psychisch Erkrankten und Angehörigen von erkrankten Menschen austauschen können. Durch die Spende der Apothekerschaft können wir jetzt noch mehr Schülern solche Aufklärungstage ermöglichen und die Aktion vielleicht auf weitere Regionen in Baden-Württemberg ausdehnen. Außerdem wünschen sich die Schüler und Lehrer mehr Material zum Thema, das beim Projekttag verteilt werden kann. Wir sind froh, dass wir diesen Wunsch jetzt erfüllen können.“

Wir bedanken uns herzlich!

Grant Hendrik Tonne – neuer Schirmherr für Verrückt? Na und! in Niedersachsen

Aufwind in Niedersachsen: Kultusminister Grant Hendrik Tonne hat die Schirmherrschaft zum Ausbau unseres Präventionsprogrammes Verrückt? Na und! übernommen!

„Die Schule ist für junge Menschen nicht nur ein Lern-, sondern auch ein Lebensort. Durch den Ausbau der Ganztagsschulen in Niedersachsen gilt dies in zunehmendem Maße. In der Schule treten daher auch Krisen zutage, die oftmals aus den Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler in ihren Familien, ihrer Freizeit oder ihrem Freundeskreis herrühren. Uns ist es daher wichtig, die soziale Kompetenz der Schülerinnen und Schüler zu stärken. Dabei legen wir den Schwerpunkt auf Maßnahmen, die einen präventiven Ansatz verfolgen.

Die Schule kann ein Frühwarnsystem für seelische Krisen sein. Dazu bedarf es eines geschützten Raums, in dem offen und wertschätzend kommuniziert werden kann. Das Präventionsprogramm „Verrückt? Na und! Seelisch fit in der Schule“ schafft diesen Rahmen und ermöglicht es jungen Menschen, gemeinsam mit ihren Klassenlehrkräften, fachlichen und persönlichen Expertinnen und Experten auf Augenhöhe zu begegnen und so mehr über sich selbst, ihre Mitschülerinnen und Mitschüler und den Umgang mit schwierigen Lebenssituationen zu erfahren. Das macht junge Menschen stark und daher habe ich auch sehr gerne die Schirmherrschaft für das Projekt übernommen.“

Jahresbericht Irrsinnig Menschlich: Unsere Erfolge 2017

Jede Menge Grund zur Freude! 2017 war für uns ein erfolgreiches und herausforderndes Jahr:

Wir haben „Psychisch fit studieren“ an 16 Hochschulstandorten erfolgreich gestartet. Dafür konnten wir die finanziellen Partner BARMER sowie die Rentenversicherung Mitteldeutschland gewinnen. 2018 wollen wir die Zahl der Hochschulstandorte verdoppeln.

Für unser Programm „Verrückt? Na und!“ haben wir sieben neue Standorte in Deutschland gegründet und vier neue Finanzpartner auf Länderebene gewonnen. Mit 848 Schultagen in Deutschland, Österreich, Tschechien und der Slowakei konnten wir rund 23.000 Schülerinnen und Schüler erreichen. In Österreich treiben wir den Ausbau auf Bundesebene voran. Das erste internationale Treffen von „Verrückt? Na und!“ Tschechien, Slowakei und Österreich findet am 10. Mai 2018 in Prag statt.

„Psychisch fit arbeiten“: Hier haben wir unsere Netzwerkaktivitäten mit Stakeholdern, Fachgremien und Multiplikatoren deutlich verstärkt. Mit der AOK Plus haben wir Anfang 2018 einen Rahmenvertrag abgeschlossen, der es uns ermöglicht, in die betriebliche Fortbildung zu kommen.
Mit dem BKK-Dachverband sind wir im Gespräch über die Skalierung unseres Azubi-Angebots. Ein erfolgversprechendes Pilotprojekt haben wir mit der Carl Zeiss AG Anfang 2018 gestemmt.

Mehr Informationen finden Sie in unserem Jahresbericht 2017.

Verrückt? Na und! – Auftaktveranstaltung in Rheinland-Pfalz

Bisher nur in Mainz und hoffentlich bald auch in anderen Städten in Rheinland-Pfalz. Zur Auftaktveranstaltung von Verrückt? Na und! kamen fast hundert Teilnehmer aus kommunalen Einrichtungen, Vereinen und Verbänden. Gemeinsam wollen wir Verrückt? Na und! weiter ausbauen, damit mehr Schüler den Schultag erleben!