Verrückt? Na und!: Ein Präventionsprogramm mit Riesenpotenzial

Das sagen McKinsey & Company und Ashoka. Beide haben aktuell vier Soziale Innovationen hinsichtlich ihres ökonomischen Potenzials untersucht. Wir sind eines der vier Sozialunternehmen, das mit unserem erfolgreichen Präventionsprogramm „Verrückt? Na und! Seelisch fit in der Schule“ in den Fokus genommen wurde.
„Verrückt? Na und!“ reduziert Zugangsbarrieren ins Hilfesystem. Daraus ergibt sich laut Studie folgendes finanzielle Potenzial:

„80 Millionen Euro für jeden Prozentpunkt an erkrankten Schülern, die sich in einem Schülerjahrgang zusätzlich in frühzeitige Behandlung begeben, insbesondere auf Grund der Vermeidung indirekter Folgekosten“.

 

Die Publikation zum Download:

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Nachgefragt: Was motiviert unsere Regionalgruppen besonders?

Jahresrückblick 2018: wir haben bei unseren Regionalgruppen nachgefragt, was für ihre Arbeit im Programm „Verrückt? Na und! Seelisch fit in der Schule" wichtig war. Was gut gelaufen ist, wobei wir noch unterstützen können und was sie antreibt. Ein Blitzlicht. 

 

Presseschau: Neues aus dem Saale-Holzland-Kreis

„Die Regionalgruppe Saale-Holzland freut sich über weitere Unterstützung.", schreibt die Ostthüringer Zeitung am 19. Januar 2019.

„Das Jahr 2018 war für uns sehr erfolgreich. Wir waren bei zwölf Projekten an Regelschulen, Gymnasien und der Fachschule für Landwirtschaft präsent – und das in einem Einzugsbereich von Crossen an der Elster bis Dorndorf-Steudnitz“, sagt Walther-Koch, Regionalgruppenkoordinatorin im Saale-Holzland-Kreis. 

15 Aktive, 5 neue persönliche ExpertInnen, eine voll motivierte Gruppe: solche positive Nachrichten zum Jahresbeginn freuen uns ganz besonders. Besonders weil wir wissen, dass es 2018 in vielen unserer Regionalgruppen ähnlich gut gelaufen ist. Bisher wurden bundesweit 814 Verrückt? Na und!-Schultage gemeldet. 

Ein herzliches Dankeschön an Frau Walther-Koch und ihr Team  – stellvertretend für all unsere Kooperationspartner. Nur durch unsere engagierten Regionalgruppen können wir deutschlandweit an Schulen aktiv sein.

 

Verrückt? Na und!-Menschen: Aus dem Furchtbaren etwas Fruchtbares machen!

Ich heiße Insa Schmitter: Wieso ich mich bei Psychisch fit lernen, studieren und arbeiten engagiere?

Mit meinen 26 Jahren liegt die Schule, das FSJ und die Ausbildung noch nicht lange hinter mir – Abschnitte, die wir alle durchlaufen, mit mal mehr, mal weniger Hürden und Schwierigkeiten. Ich habe all diese Abschnitte hindurch mit einer psychischen Erkrankung bewältigen müssen. Ich hatte weder Hilfe an meiner Seite, noch wusste ich, wo und wie ich welche bekommen konnte. Hätte ich in diesen Jahren einen Projekttag wie „Verrückt? Na und!“, einen in Sachen „Umgang mit Krisen“ geschulten FJS-Anleitenden oder ein Seminar zum Thema „Psychisch fit studieren“ gehabt, so hätte ich mich sicherlich nicht nur früher in eine medizinische Behandlung begeben, sondern hätte auch gewusst:

1.) Wie ich mir selbst helfen kann.

2.) dass es voll in Ordnung ist, wenn man sich schlecht fühlt, oder „komische Sachen“ (= Symptome) erlebt, die einen zunehmend entgleiten.

3.) dass man sich Hilfe holen und wo man sie finden kann.

4.) dass man nicht alleine ist

5.) dass andere einen wahrnehmen und einem vielleicht sogar Hilfe anbieten.

 

Hätte ich einen solchen Projekttag in diese jungen Jahren mit meiner psychischen Erkrankung erlebt, so hätte ich Sicherheit, Verbundenheit und Orientierung erfahren können – Dinge, die einem ja ganz besonders abhanden kommen in einer psychischen Krise. Und so ein Projekttag kann der erste Schritt sein, den Mut zu finden, Hilfe zu suchen, oder auch, die Dinge überhaupt erst einmal besser zu verstehen.

Und natürlich muss man auch noch nicht psychisch krank sein, damit ein solcher Tag einem für das ganze Leben etwas zu bringen vermag: So wie man weiß, dass man sich bei Bauchschmerzen eine Wärmflasche und einen Tee macht, so weiß man sich nun ebenso zu helfen, wenn man seelische Schmerzen hat und kann intervenieren. Man lernt außerdem, nicht nur auf sich selbst zu schauen, sondern auch auf seine Mitmenschen zu achten, wird sensibler und verständnisvoller. All das trägt ungemein viel dazu bei, gesund zu sein, zu bleiben – oder im Falle einer schon bestehenden Erkrankung – zu werden.

Ich engagiere mich als Persönliche Expertin an diesen Projekttagen, weil ich natürlich gerne meine Erfahrungen weitergeben und aus dem Furchtbaren etwas Fruchtbares gestalten möchte, aber auch, weil ich denke, dass der Umgang mit seelischen Krisen und das Wissen darum ebenso selbstverständlich sein sollte wie es die Feuerübung in der Schule, oder der Erste-Hilfe-Kurs vor dem Führerscheinerwerb sind. Dinge, die alltäglich sind und wichtig zu wissen, um sich und anderen im Fall der Fälle gut helfen zu können.

Ich bin sehr dankbar, dass es ein solches tolles Präventionsprojekt gibt, ich dabei sein und es unterstützen darf. Und ich bin tief davon überzeugt, dass jeder etwas aus diesem Tag für sich mitnimmt und sich daran zurück erinnern wird, wann immer er eine Krise erlebt (und wenn sie erst 20 Jahre später auftritt).  So wie ich als Schülerin, FSJlerin und Auszubildende ganz sicher etwas daraus mitgenommen und mir viel, viel eher Hilfe ersucht hätte, wenn es einen solchen Tag vor vierzehn Jahren an meiner Schule oder im Ausbildungsbetrieb gegeben hätte.

Mein Lebensspruch: Da hab ich keinen, dafür ein Mutmach-Lied von Rolf Zukowski: „Ich schaff das schon“. Und ich lasse mich von zwei Dingen leiten, die ich durch meine chronische psychische Erkrankung gelernt habe: 1. Die selbstverständlichsten Dinge sind die wertvollsten Dinge. Ich bin tief dankbar, sie wieder erleben zu dürfen. 2. Man darf sich ganz getrost mehr auf sein Bauchgefühl verlassen. Es trügt nie.

Mein Wunsch für 2019: Endlich zu studieren (Psychologie)! Und ganz sehr das genießen, was ich wiedererlangt habe… 

Welttag Seelische Gesundheit: Ein persönlicher Experte berichtet

Zum Welttag der seelischen Gesundheit gab es vielfältige Aktionen, um auf das Thema aufmerksam zu machen.
Unsere Regionalgruppe in Gießen beteiligte sich beispielsweise an einer Informationsveranstaltung an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Gießen.
Einer ihrer persönlichen Experten gab auch der Presse Einblick in seine Lebensgeschichte, die er sonst während der Verrückt? Na und!-Schultage erzählt.
Herausgekommen ist ein wunderbarer Artikel. Viel Freude beim Lesen!

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Verrückt? Na und! – Ein Erfahrungsbericht

Ich heiße Sabine Schaub, bin 48 Jahre und wohne im Lahn-Dill-Kreis, Hessen.

Seit Januar 2015 wirke ich bei dem Projekt Verrückt? Na und! als Expertin mit. Wir gehen zu zweit in Schulklassen und Ausbildungsbetriebe, um Jugendliche über seelische Gesundheit aufzuklären. Meine Aufgabe als Experten ist es, den Schülern meine persönliche Geschichte über meine psychische Krise (Depressionen und Psychose) zu erzählen.

In der Presse: Verrückt? Na und! in „Kinder Spezial“

Grant Hendrik Tonne – neuer Schirmherr für Verrückt? Na und! in Niedersachsen

Aufwind in Niedersachsen: Kultusminister Grant Hendrik Tonne hat die Schirmherrschaft zum Ausbau unseres Präventionsprogrammes Verrückt? Na und! übernommen!

„Die Schule ist für junge Menschen nicht nur ein Lern-, sondern auch ein Lebensort. Durch den Ausbau der Ganztagsschulen in Niedersachsen gilt dies in zunehmendem Maße. In der Schule treten daher auch Krisen zutage, die oftmals aus den Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler in ihren Familien, ihrer Freizeit oder ihrem Freundeskreis herrühren. Uns ist es daher wichtig, die soziale Kompetenz der Schülerinnen und Schüler zu stärken. Dabei legen wir den Schwerpunkt auf Maßnahmen, die einen präventiven Ansatz verfolgen.

Die Schule kann ein Frühwarnsystem für seelische Krisen sein. Dazu bedarf es eines geschützten Raums, in dem offen und wertschätzend kommuniziert werden kann. Das Präventionsprogramm „Verrückt? Na und! Seelisch fit in der Schule“ schafft diesen Rahmen und ermöglicht es jungen Menschen, gemeinsam mit ihren Klassenlehrkräften, fachlichen und persönlichen Expertinnen und Experten auf Augenhöhe zu begegnen und so mehr über sich selbst, ihre Mitschülerinnen und Mitschüler und den Umgang mit schwierigen Lebenssituationen zu erfahren. Das macht junge Menschen stark und daher habe ich auch sehr gerne die Schirmherrschaft für das Projekt übernommen.“