Verrückt? Na und!-Menschen: Aus dem Furchtbaren etwas Fruchtbares machen!

Ich heiße Insa Schmitter: Wieso ich mich bei Psychisch fit lernen, studieren und arbeiten engagiere?

Mit meinen 26 Jahren liegt die Schule, das FSJ und die Ausbildung noch nicht lange hinter mir – Abschnitte, die wir alle durchlaufen, mit mal mehr, mal weniger Hürden und Schwierigkeiten. Ich habe all diese Abschnitte hindurch mit einer psychischen Erkrankung bewältigen müssen. Ich hatte weder Hilfe an meiner Seite, noch wusste ich, wo und wie ich welche bekommen konnte. Hätte ich in diesen Jahren einen Projekttag wie „Verrückt? Na und!“, einen in Sachen „Umgang mit Krisen“ geschulten FJS-Anleitenden oder ein Seminar zum Thema „Psychisch fit studieren“ gehabt, so hätte ich mich sicherlich nicht nur früher in eine medizinische Behandlung begeben, sondern hätte auch gewusst:

1.) Wie ich mir selbst helfen kann.

2.) dass es voll in Ordnung ist, wenn man sich schlecht fühlt, oder „komische Sachen“ (= Symptome) erlebt, die einen zunehmend entgleiten.

3.) dass man sich Hilfe holen und wo man sie finden kann.

4.) dass man nicht alleine ist

5.) dass andere einen wahrnehmen und einem vielleicht sogar Hilfe anbieten.

 

Hätte ich einen solchen Projekttag in diese jungen Jahren mit meiner psychischen Erkrankung erlebt, so hätte ich Sicherheit, Verbundenheit und Orientierung erfahren können – Dinge, die einem ja ganz besonders abhanden kommen in einer psychischen Krise. Und so ein Projekttag kann der erste Schritt sein, den Mut zu finden, Hilfe zu suchen, oder auch, die Dinge überhaupt erst einmal besser zu verstehen.

Und natürlich muss man auch noch nicht psychisch krank sein, damit ein solcher Tag einem für das ganze Leben etwas zu bringen vermag: So wie man weiß, dass man sich bei Bauchschmerzen eine Wärmflasche und einen Tee macht, so weiß man sich nun ebenso zu helfen, wenn man seelische Schmerzen hat und kann intervenieren. Man lernt außerdem, nicht nur auf sich selbst zu schauen, sondern auch auf seine Mitmenschen zu achten, wird sensibler und verständnisvoller. All das trägt ungemein viel dazu bei, gesund zu sein, zu bleiben – oder im Falle einer schon bestehenden Erkrankung – zu werden.

Ich engagiere mich als Persönliche Expertin an diesen Projekttagen, weil ich natürlich gerne meine Erfahrungen weitergeben und aus dem Furchtbaren etwas Fruchtbares gestalten möchte, aber auch, weil ich denke, dass der Umgang mit seelischen Krisen und das Wissen darum ebenso selbstverständlich sein sollte wie es die Feuerübung in der Schule, oder der Erste-Hilfe-Kurs vor dem Führerscheinerwerb sind. Dinge, die alltäglich sind und wichtig zu wissen, um sich und anderen im Fall der Fälle gut helfen zu können.

Ich bin sehr dankbar, dass es ein solches tolles Präventionsprojekt gibt, ich dabei sein und es unterstützen darf. Und ich bin tief davon überzeugt, dass jeder etwas aus diesem Tag für sich mitnimmt und sich daran zurück erinnern wird, wann immer er eine Krise erlebt (und wenn sie erst 20 Jahre später auftritt).  So wie ich als Schülerin, FSJlerin und Auszubildende ganz sicher etwas daraus mitgenommen und mir viel, viel eher Hilfe ersucht hätte, wenn es einen solchen Tag vor vierzehn Jahren an meiner Schule oder im Ausbildungsbetrieb gegeben hätte.

Mein Lebensspruch: Da hab ich keinen, dafür ein Mutmach-Lied von Rolf Zukowski: „Ich schaff das schon“. Und ich lasse mich von zwei Dingen leiten, die ich durch meine chronische psychische Erkrankung gelernt habe: 1. Die selbstverständlichsten Dinge sind die wertvollsten Dinge. Ich bin tief dankbar, sie wieder erleben zu dürfen. 2. Man darf sich ganz getrost mehr auf sein Bauchgefühl verlassen. Es trügt nie.

Mein Wunsch für 2019: Endlich zu studieren (Psychologie)! Und ganz sehr das genießen, was ich wiedererlangt habe… 

Neu bei Irrsinnig Menschlich: Moritz Ellenberg – On Purpose Associate

Moritz Ellenberg

Beruflich drehte sich bei Moritz alles um Wachstum. Nach BWL- und Sportstudium und sechs Jahren als Key Account Manager bei Ferrero ist er Spezialist für Geschäftsbeziehungen, Kundenakquise und Süßigkeiten.

Jetzt hat er die Seite gewechselt und ist in das Leadership-Programm von On Purpose eingestiegen, das Menschen wie Moritz auf die Herausforderungen als Führungskräfte in sozialen Unternehmen vorbereiten will.

So ist er bei Irrsinnig Menschlich gelandet – für uns ein Sechser im Lotto. Das Forum „Psychisch fit studieren“ wird mit ihm als Akquise-Profi im Wintersemester 2018 zu einem deutschlandweiten Hochschul-Präventionsprogramm wachsen.

Auch privat ist Größe ein Thema: Moritz sagt selbst, es sei „ein Vollzeitjob, seinen 2-Meter-Körper mit Essen zu versorgen“. Industriell hergestellte Süßigkeiten stehen aber nicht mehr auf seinem Ernährungsplan. Wenn er nicht auf Nahrungssuche ist, trifft man ihn auf den Beachvolleyball-Feldern Berlins.

Neu bei Irrsinnig Menschlich: Hanna-Sophie Homann

Hanna-Sophie Homann

 

Hanna ist unser Nordlicht im Team: in Hamburg aufgewachsen, an der Nordseeküste in den Niederlanden studiert, hat sie Irrsinnig Menschlich aus der Ferne schon lange beobachtet. Nun hat sie den Master in klinischer Psychologie fast in der Tasche. Logisch, dass sie uns für ein Praktikum endlich testet.

Hanna hat sechs Geschwister sowie drei Nichten und Neffen – ein Naturtalent im Umgang mit Kindern, immer gut gelaunt und durch nichts aus der Ruhe zu bringen.

Die Idealbesetzung für uns. Denn wofür uns bisher die Zeit fehlte, wuppt Hanna mit links und entwickelt ein Programm für psychische Gesundheit an Grundschulen. Ganz nebenbei schreibt sie an ihrer Masterarbeit zum Thema Stress bei Studierenden.

Wenn sie sich nicht gerade mit dem Thema seelische Gesundheit beschäftigt, bouldert sie durch Leipzig.

Wir lieben Hanna und möchten sie am liebsten hier behalten!

Jahresbericht Irrsinnig Menschlich: Unsere Erfolge 2017

Jede Menge Grund zur Freude! 2017 war für uns ein erfolgreiches und herausforderndes Jahr:

Wir haben „Psychisch fit studieren“ an 16 Hochschulstandorten erfolgreich gestartet. Dafür konnten wir die finanziellen Partner BARMER sowie die Rentenversicherung Mitteldeutschland gewinnen. 2018 wollen wir die Zahl der Hochschulstandorte verdoppeln.

Für unser Programm „Verrückt? Na und!“ haben wir sieben neue Standorte in Deutschland gegründet und vier neue Finanzpartner auf Länderebene gewonnen. Mit 848 Schultagen in Deutschland, Österreich, Tschechien und der Slowakei konnten wir rund 23.000 Schülerinnen und Schüler erreichen. In Österreich treiben wir den Ausbau auf Bundesebene voran. Das erste internationale Treffen von „Verrückt? Na und!“ Tschechien, Slowakei und Österreich findet am 10. Mai 2018 in Prag statt.

„Psychisch fit arbeiten“: Hier haben wir unsere Netzwerkaktivitäten mit Stakeholdern, Fachgremien und Multiplikatoren deutlich verstärkt. Mit der AOK Plus haben wir Anfang 2018 einen Rahmenvertrag abgeschlossen, der es uns ermöglicht, in die betriebliche Fortbildung zu kommen.
Mit dem BKK-Dachverband sind wir im Gespräch über die Skalierung unseres Azubi-Angebots. Ein erfolgversprechendes Pilotprojekt haben wir mit der Carl Zeiss AG Anfang 2018 gestemmt.

Mehr Informationen finden Sie in unserem Jahresbericht 2017.

Gesundes neues Jahr 2018!

Wir wünschen Euch ein gesundes und frohes neues Jahr!

Wir sind gut ins neue Jahr gerutscht und schon wieder fleißig dabei, Schulen und Lehrkräfte mit unserem Programm „Verrückt? Na und!“ zu begeistern. Die ersten Schultage laufen bereits und finden im Albert-Einstein-Gymnasium in Magdeburg, in der Richard-Fehrenbach-Gewerbeschule in Freiburg und der Wilhelm-Kraft Gesamtschule im Ennepe-Ruhr-Kreis statt.

Für Eure Unterstützung im Jahr 2017 sind wir sehr dankbar und freuen uns, dieses Jahr mit eurer Hilfe weitere „Verrückt? Na und!"-Schultage durchzuführen!

Psychisch fit arbeiten startet bei Bosch in Wetzlar

Heute war Premiere des Workshops Psychisch fit arbeiten für Azubis bei der Bosch Thermotechnik GmbH in Wetzlar. Auszubildende des Unternehmens haben sich mit dem Thema psychische Gesundheit im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule auseinander gesetzt. Wie immer am eindrucksvollsten für die Teilnehmer: Die Begegnung und der Austausch mit dem krisenerfahrenen persönlichen Experten.

Making More Health Convention

Auf der Global Making More Health Convention bei Boehringer-Ingelheim am Rhein bei morgendlicher Fitness-Übung. Wir sind seit 2016 über die Ashoka-Fellowship von Manuela, Geschäftsführerin von Irrsinnig Menschlich e.V., Mitglied dieses internationalen Netzwerkes. Making More Health wurde zur Verbesserung der Gesundheitssituation von Menschen, ihren Familien und ihrem sozialen Umfeld ins Leben gerufen.

Auf der Convention mit über 200 Teilnehmern haben wir  haben tolle neue Leute und Projekte aus der ganzen Welt kennen gelernt und gesehen, dass psychische Gesundheit, ob in Indien oder Kenia, ein Thema von wachsender Bedeutung ist.

Psychisch fit studieren in Leipzig, Würzburg, Gera und Nordhausen gestartet

Zur Eröffnungswoche des Wintersemesters sind in Leipzig, Würzburg, Gera und Nordhausen die ersten Psychisch fit studieren-Foren erfolgreich gestartet. Die ersten drei Hochschulen haben uns bereits fürs nächste Jahr gebucht!

Nächste Woche geht es dann weiter mit Gießen und Ilmenau. Alle Termine auf einen Blick gibt es hier.

Psychisch fit studieren startet an 14 Hochschulen

Die Psychisch fit studieren-Foren starten im Wintersemester an 14 Hochschulen in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Hessen, Baden-Württemberg, NRW und Berlin:

  • 2.10.2017: Universität Leipzig, Universitätsstr. 3, 04109 Leipzig, 14:30-16:00 Uhr
  • 4.10.2017: SRH Hochschule für Gesundheit Gera, Neue Straße 28-30, 07548 Gera, 9:00-10:30 Uhr
  • 4.10.2017: Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt, Münzstraße 12, 97070 Würzburg, 10:30-12:00 Uhr
  • 6.10.2017: Hochschule Nordhausen, Weinberghof 4, 99734 Nordhausen, 13:00-14:30 Uhr
  • 20.10.2017: Technische Hochschule Mittelhessen, Campus Gießen, Wiesenstr. 14, 35390 Gießen, 14:00-15:30 Uhr
  • 24.10.2017: Technische Universität Ilmenau, Max-Planck-Ring 14, 98693 Ilmenau, 17:00-18:30 Uhr
  • 7.11.2017: Otto-Friedrich-Universität Bamberg, An der Universität 7, 96047 Bamberg, 18:00-19:30 Uhr
  • 8.11.2017: Evangelische Hochschule Dresden, Dürerstraße 25, 01307 Dresden, 12:45-14:15 Uhr
  • 8.11.2017: Hochschule Darmstadt, Technische Universität Darmstadt, Evangelische Hochschule Darmstadt, Studierendenwerk Darmstadt, Alexanderstraße 4, 64283 Darmstadt, 15:30-17:00 Uhr
  • 9.11.2017: Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin, Campus Lichtenberg, Alt-Friedrichsfelde 60, 10315 Berlin, 14:00-15:30 Uhr und 16:00-17:30 Uhr
  • 14.11.2017: Hochschule Anhalt, Campus Köthen, Bernburger Straße 55, 06366 Köthen, 16:30-18:00 Uhr
  • 15.11.2017: Hochschule Anhalt, Campus Bernburg, Strenzfelder Allee 28, 06406 Bernburg, 17:30-19:00 Uhr
  • 16.11.2017: Universität Paderborn, Warburger Str. 100, 33098 Paderborn, 16:00-17:30 Uhr
  • 21.11.2017: Hochschule Anhalt, Campus Dessau, Bauhausstraße 2, 06846 Dessau-Roßlau, 18:15-19:45 Uhr
  • 13.12.2017: Evangelische Hochschule Dresden, Dürerstraße 25, 01307 Dresden, 12:45-14:15 Uhr