GESCHICHTEN

 

Interviews:

Interview Sartorius

Interview Angermeyer

Interview Gröllmann

 

Geschichten:

Anette Jacob

Thomas W. Renker

Anja Michel

Thomas Greve

Lutz Reinboth

Florian Witten

Brigitte Richter

Sven Ramos Bulik

 

Statements:

 

 

 

 

Geschichten

Ansichten, Geschichten, Statements

 

Hier kommen Menschen zu Wort, die sich auf ihre Weise für die Erhaltung und Förderung der seelischen Gesundheit einsetzen. Ansichten zum Nachdenken, Geschichten, die das Leben schreibt, Statements, die Mut machen und Hoffnung geben.

 

Interviews

 

Interview mit Prof. Norman Sartorius

Lesen Sie unser Interview mit Prof. Norman Sartorius, Initiator des weltweiten Programms gegen Stigma und Diskriminierung schizophren erkrankter Menschen. Irrsinnig Menschlich: Was hat Sie veranlasst, Mitte der 90er Jahre die Anti-Stigma-Bewegung ins Leben zu rufen?...>>Interview

 

Interview mit Prof. Matthias C. Angermeyer

Es ist leichter ein Atom zu zerstören, als ein Vorurteil - Albert Einstein, Interview mit Prof. Matthias C. Angermeyer, Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie der Universität Leipzig und Vorsitzender des Irrsinnig Menschlich e.V.  >>Interview

 

 

 

Interview mit Jenny Gröllmann - Schirmherrin des Schulprojekts “Verrückt? Na und!”

Die Schauspielerin, geb. 1947 in Hamburg, ist durch verschiedene Rollen in zahlreichen Theater- und Fernsehproduktionen bekannt geworden (z.B. »Polizeiruf 110«, »Liebling Kreuzberg« und »Die Anstalt – zurück ins Leben«). Warum sich Jenny Gröllmann für Menschen mit psychischen Erkrankungen engagiert, dazu äußert sie sich im folgenden >>Interview

 

 

 

 

Geschichten

 

Thomas W. Renker - Noch ist Licht

Thomas W. Renker ist Autor und hat Erfahrungen mit Depression. Ihm ist es wichtig, nicht nur die dunklen Seiten dieser Krankheit auf zu zeigen, sondern Betroffene und Angehörige an das Licht in ihrem Leben zu erinnern. Buchtipp: "Als die Schatten länger wurden", erschienen im Wartburg Verlag Weimar. >>zur Geschichte

 

 

 

 

Anja Michel - vom Dunkel ins Helle

Ich bin Anja Michel und habe Schizophrenie. Ich scheue mich nicht, mit meiner Geschichte für Aufklärung zu sorgen. >>weiter

Thomas Greve - Bin ich behindert?

Betrachtungen zum "Jahr des Behinderten Menschen" 2003

 

Laut Brockhaus sind "Behinderte Personen, die durch angeborene oder erworbene Schädigungen in unterschiedlichem Schweregrad bleibend geistig, körperlich oder seelisch beeinträchtigt sind." Das trifft auch auf mich zu. Aufgrund einer chronischen psychischen Krankheit bin ich behindert. Ich fühle mich jetzt, seit einer Umstellung auf atypische Neuroleptika, aber meistens nicht so. >>weiter

 

Lutz Reinboth - Lebensansichten

Auszug: Es war eine sehr schwere Zeit, wo meine Krankheit sehr massiv war. Ich bin oft stationär im Krankenhaus gewesen. Erst 2000 habe ich eine optimale Medikamenteneinstellung an der Uni Leipzig bekommen. Danach war ich noch einige Zeit in einer Tagesklinik. >>weiter

 

Nachruf Florian Witten, geb. 1975

"Nachdem sich mein Unterbewusstsein reorganisiert hat, Chaos und Ordnung ihr altes, neues Gleichgewicht gefunden haben, ist dieses Bild entstanden. Die Außenwelt (der Hintergrund) war für mich aber immer noch chaotisch. Außerdem konnte ich für meine Erlebnisse noch keine Begriffe finden, deswegen die schwarze Aura der Isolation (eine Aura aus Nichts, ohne Kommunikationsbrücken)." >>weiter

Neuer Selbstwert, Schminckelölfarben auf nach Doerner grundierter Baumwolle, 1999(?) - Florian Witten

 

Brigitte Richter - "Wirkfaktor Hoffnung"

Brigitte Richter engagiert sich in der Pandora-Selbsthilfe Psychiatrie-Erfahrener e.V. Nürnberg. Ihr Bericht ist im Infoblatt Psychiatrie, Januar 2005 erschienen. >>weiter Wir bedanken uns bei Brigitte, dass wir ihre Erfahrungen hier weiter geben können.

 

Sven Ramos Bulik - "Ach ja, ich bin unsterblich! Oder?"

Auszug: Ich erlebe eine Angstattacke nach der anderen und sehe dies alles als Wahrheit, das ist ganz normal. So ist einfach die Realität. So glaub ich. Mein ganzer Gefühlshaushalt ist durcheinander. Geht es jedem so? Ach j a, ich bin ja unsterblich! Oder? >>weiter

Die Geschichte von Sven Ramos-Bulik ist in dem von der Bundesgemeinschaft Beruflicher Trainingszentren 2003 herausgegebenen Sammelband „Leben eben – Wege in die Arbeit“ erschienen. Diese Sammlung authentischer Biografien versteht sich als Beitrag zum „Europäischen Jahr der Menschen mit Behinderungen“. Jede Geschichte - Leben eben!

Buchbestellung: Integrationsfirma DIMETRIA,

 

Fax.: 09421 / 72372, Email: dimetria@t-online.de

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Statements

 

 “Ich lerne Betroffene kennen und wie sie mit ihrer Krankheit im Alltag umgehen. Das gibt mir die Möglichkeit, besser mit den eigenen Schizophrenie-Erfahrungen umzugehen. Die Kontakte zu anderen Menschen geben mir das Gefühl, ich habe auch eine Chance auf ein glückliches Leben. Ich möchte in einem Restaurant genauso über meine Krankheit reden können, als wenn ich Kopfschmerzen hätte. Mein Traum ist, in einer Disco meine Medikamente locker aus der Tasche ziehen zu können, wenn ich die Einnahme zu Hause mal vergessen habe.”

Anja Michel, Experte in eigener Sache

“Als Soziologin interessieren mich die Vorstellungen der Menschen über psychische Erkrankungen, die Bilder, die mit "Verrücktheit" verbunden werden, heute und in der Vergangenheit: Psychische Krankheit ist mit einem Stigma behaftet. Wir als Wissenschaftler haben es lange versäumt, Patienten und deren Angehörigen zu befragen, wo sie sich im Alltag diskriminiert und ausgegrenzt fühlen. Erst jetzt fangen wir damit an. Bei der Forschung soll es nicht bleiben. Unser Ziel: die Lebenssituation von Patienten und Angehörigen zu verbessern. Dafür setz ich mich ein im »Irrsinnig Menschlich e.V.«”

Beate Schulze, Soziologin

“Ich will von anderen Menschen verstanden werden und wieder ein normales Leben führen, trotz meiner Krankheit. Beim »Irrsinnig Menschlich e.V.« treffe ich Leute, die sich dafür einsetzen.”

Sven Ramos Bulik, Experte in eigener Sache

“Als Mutter eines psychisch erkrankten Sohnes bin ich seit Jahren großen Belastungen ausgesetzt. Als mein Junge erkrankte, hatte ich die selben Vorurteile und Ängste wie alle anderen auch. Ich konnte mir überhaupt nicht erklären, was mit meinem Kind los ist. Ich war verunsichert, schämte mich, fühlte mich schuldig. Ich hatte keine Ahnung, was psychische Krankheiten sind, wie man sie behandelt, ob man damit leben kann. Meinem Sohn geht es inzwischen wieder besser und mir auch. Das war ein langer, schmerzlicher Weg. Geholfen haben mir insbesondere Mütter und Väter, deren Kinder auch erkrankt sind. Ich habe gemerkt, dass ich nicht die einzige bin mit diesem Problem. Psychisch krank werden kann jeder. Keiner ist davor geschützt. Wir haben uns gegenseitig gestärkt und den »Wege e.V.« Leipzig gegründet, eine Selbsthilfegruppe für Angehörige und Freunde psychisch kranker Menschen. Wir wünschen uns, dass es in unserer Gesellschaft endlich normal wird, über psychische Erkrankungen genauso offen sprechen zu können wie über körperliche, dass wir auch mehr darüber aus den Medien erfahren. Der »Irrsinnig Menschlich e.V.« ist uns da ein guter Partner.”

Monika Schöpe, Angehörige und Vorsitzende des Wege e.V., Leipzig

“Für unser Magazin `Drehscheibe` produzierten wir einen Beitrag über eine an Schizophrenie erkrankte Frau. Dies wäre ohne »Irrsinnig menschlich« nie so schnell und unkompliziert möglich gewesen: z.B. mit Betroffenen in Kontakt zu kommen oder in der Psychiatrie zu drehen. Die Zusammenarbeit war spannend und vor allem sehr erfolgreich. Psychische Krisen, ein Thema, über das es sich lohnt zu berichten, denn keiner ist davor geschützt.”

Claudia Löser, Journalistin 

Ich bin Autor von Fernsehbeiträgen. Im Frühjahr 2000 bekam ich vom MDR den Auftrag, eine 30 Minuten Reportage zum Thema Schizophrenie zu drehen. Unsere Produktionsfirma ist spezialisiert auf wissenschaftliche Filme. Doch das Thema psychische Krankheiten war Neuland für uns. Wie geht man einen solchen Film an? Wie findet man die Balance zwischen umfassender Information des Zuschauers und der Wahrung der Persönlichkeitssphäre der Betroffenen? Darf man einen Menschen im Zustand der Psychose zeigen? Wie bekommt man überhaupt Zugang zu den Betroffenen? Ist es möglich, in geschlossenen Abteilungen von psychiatrischen Kliniken Filmaufnahmen zu machen? Wer darf oder wer kann das genehmigen? Fernsehen ist anders als die Printmedien oder der Hörfunk. Man muss mit der Kamera vor Ort sein. Es hilft nicht, Bücher über das Thema zu lesen, von Presseabteilungen Papiere zu bekommen und lange Telefongespräche zu führen. Was letztlich einzig und allein zählt, ist das, was die Kamera zu sehen bekommt. Ein Kamerateam vor Ort steht aber nur für sehr begrenzte Zeit zur Verfügung. Es gilt, diese Einsätze penibel zu planen. Geht das überhaupt, wenn man es mit Menschen zu tun hat, die an Schizophrenie erkrankt sind? Ich war überrascht davon, wie gut es geht, ganz besonders dank professioneller Hilfe durch den Verein “Irrsinnig Menschlich – Verein für Öffentlichkeitsarbeit in der Psychiatrie”.

Klaus Simmering, Autor

„Das der Verein Irrsinnig Menschlich e.V. mich gebeten hat, die Musik für seinen ersten Kinospot zum Thema Seelische Gesundheit zu komponieren und zu produzieren, erfüllt mich mit großem Stolz. Ich selbst war als Betroffener noch vor einem Jahr nicht in der Lage die Möglichkeit in Betracht zu ziehen, jemals wieder als Musiker zu arbeiten, an die Öffentlichkeit zu gehen und das, was mir widerfahren ist zu erklären - wie sollte das auch jemals gehen und begreiflich sein. Ich habe das Glück gehabt, nachdem und nur nachdem ich an diesem zweimaligen Versuch mich zu entsorgen gescheitert bin, einen kompletten Neuanfang zu wagen. Allein hätte ich das nie geschafft. Ich habe durch Menschen wie meine großartige Frau Inka, ihrem Glauben an mich, ihre Stärke, ihrem Beistand, wieder zurück und zu mir finden dürfen. Der Spot, die Zusammenarbeit mit Irrsinnig Menschlich ist für mich die direkteste Auseinandersetzung mit dieser/meiner Krankheit. Das schärft mein Bewusstsein, zeigt mir, das diese Krankheit nicht halt macht - schon gar nicht vor einer gesellschaftlichen Herkunft oder Stellung. Und die Auseinandersetzung zeigt mir, wie notwendig es ist als Betroffener an die Öffentlichkeit zu gehen. Ohne diese Krankheit wüsste ich weniger über mich, weniger über die Menschen, die sich nun mit mir umgeben, weniger über den Reichtum der Annäherung an die verborgenen Seiten der seelischen Befindlichkeiten. Es ist wichtig zu reden, vielmehr darüber reden zu können.

Hendrik Bruch, Musiker

Depressionen - eine Krankheit über die ich nicht viel wusste und vielleicht gerade aus diesem Grund jahrelang unter einem Dach mit ihr lebte ohne es zu merken - eben aus Unwissenheit. Mein damaliger Mann Hendrik Bruch erkrankte daran. Wann alles begann - wer weiß das schon ? Diese Krankheit untergrub einfach unser Glück und zerstörte es kontinuierlich - zum Glück aber - kein Menschenleben. Ja, ich bilde eben wirklich keine Ausnahme in dem Heer von Menschen, die sich erst engagieren, wenn sie selber zu Betroffenen werden. Aber besser spät als nie. Also, es ist mir ein Bedürfnis den "Mut 2005" mit zu einer Veranstaltung werden zu lassen, die das Wirken des Irrsinnig Menschlich e.V. in das Bewusstsein vieler Menschen rückt und den Betroffenen, an psychischen Krankheiten leidenden Menschen, und ihren Angehörigen, ein Podium bietet - mitten in unserer Gesellschaft - die immer mehr krank macht.

Inka Bause, TV-Moderatorin und Sängerin

Es ist nicht hinnehmbar, dass psychische Erkrankungen noch immer tabuisiert werden. Wir müssen alle an einem Strang ziehen, um zu erreichen, dass psychisch kranke Menschen nicht länger Vorurteilen ausgesetzt sind. Wenn Betroffene von der Gesellschaft ausgegrenzt werden, ist dies eine zusätzliche Belastung neben der eigentlichen Erkrankung. Das muss sich ändern! Und keiner von uns kann sicher sein, nicht selbst eines Tages psychisch zu erkranken. Ohne mit den Befindlichkeiten meines Berufes kokettieren zu wollen – gerade auch meine Tätigkeit bewegt sich permanent in dem Grenzbereich, den verständnislose „Normale“ als „verrückt“ bezeichnen. Wenn aber ich kein Verständnis für irrsinnig menschliche Menschen hätte – wer dann? Deshalb möchte ich meine Popularität nutzen, um für einen verständnisvollen und toleranten Umgang mit psychisch kranken Menschen einzutreten. Ich freue mich, dass ich durch meinen Auftritt bei der Benefizgala zur Preisverleihung des Politikerpreises MUT 2004 die wichtige Arbeit des Irrsinnig Menschlich unterstützen kann.

Heinz Rudolf Kunze, Musiker

In unserer Gesellschaft werden Menschen, die nicht der sogenannten Norm entsprechen, noch immer häufig benachteiligt. Dies gilt besonders für psychisch kranke Menschen. Dabei sollte sich jeder dessen bewusst sein, dass man praktisch von heute auf morgen selbst psychisch erkranken und plötzlich ganz alleine dastehen kann. Der Irrsinnig Menschlich e. V. setzt sich mit großem Einsatz für ein aufgeklärtes und unverkrampftes Verhältnis gegenüber Menschen mit psychischen Erkrankungen ein. Dies ist ein wesentlicher Baustein dafür, dass wichtige Werte wie Toleranz in unserer Gesellschaft zukünftig einen größeren Stellenwert einnehmen.

Robert Atzorn, Schauspieler

Ich hoffe, es ist nicht nur selbstverständlich, dass ich den Verein Irrsinnig Menschlich unterstütze, sondern ich hoffe, es ist genauso selbstverständlich, psychisch Kranken ein Stück Normalität zurück zu geben, indem man sie respektvoll behandelt und sie nicht ausgrenzt.

Jasmin Wagner, („Blümchen“)

Es liegt an den Fachleuten, den Familienangehörigen und besonders auch an den Politikern darauf hinzuweisen, welche Folgen es hat, wenn notwendige Hilfen für psychisch kranke Menschen nicht erbracht werden. Daher appelliere ich an alle Menschen mit einem sozialen Gewissen, dafür zu sorgen, dass in wirtschaftlich schlechten Zeiten nicht bei den Menschen gespart wird, die wenig Geld und zusätzlich gesundheitliche Probleme haben.

Regina Schmidt-Zadel, Vorsitzende der Aktion psychisch Kranke